Thema Bildungsreisen

Lepeler Kriegsschicksale Buch Titelblatt und Seitenzahl   
Bereichs-Nr. 0077   
 
In den Jahren 2002 bis 2012 führte ich Interviews mit Zeitzeugen zum Zweiten Weltkrieg in Weißrussland, im Nordosten dem Bezirk Vitebsk, durch. Diese wurden ergänzt durch Gespräche mit Menschen, die sich in Weißrussland mit der Geschichte des Zweiten Weltkrieges beschäftigen. Diese Spurensuche fand im Kontext der historischen Ereignisse statt, haben allerdings im heutigen Weißrussland unterschiedliche Positionen. Gerade von jüngerer Wissenschaftlern wird das Bild vom Großen Vaterlängischen Krieg kritisiert. Das deckt sich auch mit Positionen der Historiographie in Deutschland.
Auf Basis der Spurensuche ist ab 2007 ein freundschaftlicher Kontakt zu den Menschen enststanden, deren Verhältnis zu uns und von uns jahrzehntelang von einer feindschaftlichen Sichtweise getragen wurde.
So werden im vorliegendem Buch einzelne Schicksale aller Opfergruppen, mit Ausnahme von ehemaligen Kollaborateuren, vorgestellt. Da die Gespräche zunehmend auch die Umbruchsituation nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion im Blick hatten, entstehen in einigen Fällen Biografien, die auch uns etwas zu sagen haben.
Die Recherchen wurden im Zusammenhang mit der Arbeit der NGO Heim-statt Tschernobyl Bünde durchgeführt. Deren Hauptaufgabe besteht darin, u.a. in Lepel ein Dorf für Tschernobyl-Umsiedler zu errichten. Die Herausgabe dieses Buches wird ermöglicht durch die Kooperation mit dem Internationalen Bildungs- und Begegenungswerk Dortmund.
Das Buch wird auch vorgelegt in dem Wissen, dass aus den Zeitzeugen zum Zweiten Weltkrieg bald steinerne Zeugen werden, denn schon jetzt sind einige verstorben, andere können keine Besuche mehr empfangen.

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